Diese Seite drucken

Letters from Chicago

06. August 2009

Born yesterday


Die erste Folge unseres Abenteuers, in der Thomas und Kathi nach einem ruhigen Flug über den Atlantik Chicago gleich von seiner angenehmen Seite kennen lernen.

Angekommen! Unser Flug mit AerLingus war deutlich entspannter als erwartet: Zwar mussten wir in Dublin umsteigen, konnten dafür aber schon dort schnell und unkompliziert die US-Grenzkontrollen hinter uns bringen, was uns in Chicago - nach dem langen Flug - locker eine Stunde Anstehen erspart hat. Außerdem hatte im Flieger trotz Economy Class jeder sein eigenes Entertainment-System mit freier Auswahl von Kinofilmen, TV-Serien, Musik und kleinen Computerspielen.

Vor Ort haben die Bespaßung dann nahtlos mein Chef Gordon und seine Frau Anne übernommen, die uns zuerst mal vom Flughafen abgeholt und zu der Wohnung gebracht haben, die Gordon uns schon vorab vermittelt hatte. Am nächsten Abend ging es dann zusammen in den Millennium Park im Zentrum Chicagos, wo im Sommer einmal die Woche umsonst und draußen ein Kino-Klassiker gezeigt wird - auf riesiger Leinwand und vor traumhaftem Wolkenkratzer-Panorama, in dem neben den modernen Stahlskelett-Gebäuden auch noch ältere zu finden sind, die noch ganz aus Stein gebaut sind. Gezeigt wurde an dem Abend übrigens - passender hätte es nicht sein können - "Born yesterday", ein alter amerikanischer Schwarz-Weiß-Film, dessen Hauptperson anlässlich des Besuchs einer neuen Stadt eine ganz neue Seite ihrer Persönlichkeit entwickelt und eine neue Perspektive auf ihr Leben entdeckt.

Doch auch abseits dieses Kino-Events hat Millennium Park einiges zu bieten: Gleich am Eingang steht "Cloud Gate", eine riesige verspiegelte Kaffeebohne, die zugleich die Skyline, große Teile des Himmels und den Betrachter einfängt. Ein paar Meter weiter gibt es einen Brunnen, der aus einer aufwändigen Video-Installation zweier Gesichter besteht, die - ganz wörtlich - alle paar Minuten einen dicken Wasserstrahl ausspucken, unter dem sich selbst abends noch Horden von Kindern johlend abkühlen. In der Kürze der Zeit haben wir es gar nicht geschafft, all die Skulpturen und Installationen zu würdigen, die hier um einen botanischen Garten herum stehen, der mitten zwischen den Hochhäusern die heimischen Pflanzen wuchern läßt. Hierher kehren wir sicher noch häufig zurück!

Fazit: Auf Zeit nach Amerika auszuwandern ist keine Kunst; was dort in den öffentlichen Parks ausgestellt und veranstaltet wird schon. Und so bleibt uns als Mittelwert über unsere ersten Tage hier: Fundierte Halbkunst.

Thomas und Kathi im Millenium Park, Chicago.
Liebe Grüße!

Geschrieben von: thomas
Kategorien: Fundierte Halbkunst Chicago 
Zurück zur Übersicht